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https://www.duolingo.com/profile/Ramona38882

Klein und Großschreibung im Englischen

Hi habe mal ne Frage zur Groß und Kleinschreibung im Englischen. Warum werden Substantive wie z.B. Schule, Flugzeug, Auto ect. im englischen immer klein geschrieben. Gibt es da einen Grund dafür.

Danke Euch

January 29, 2020

13 Kommentare


https://www.duolingo.com/profile/uhinkel

Es gibt einfach unterschiedliche Ansätze, wie man seine Sprache schriftlich organisiert. Ob man vollkommen wertfrei von "Gründen" für die eine oder andere Regelung reden kann, halte ich für gewagt. Tatsächlich ist jedoch eher die in Deutschland übliche Großschreibung die Ausnahme. Die meisten anderen europäischen, und erst Recht die nicht-europäischen Sprachen verzichten auf die "Großschreibung". Gruß, Uwe


https://www.duolingo.com/profile/Micha314389

Hallo Ramona,

Interessante Frage. Soweit ich mich erinnern kann, wurde im Althochdeutschen immer klein geschrieben. Sogar der Punkt hat meines Erachtens gefehlt. Dann hat sich wohl der Kaiser gedacht, mein Name müsste aber aus dem ganzen Text heraus stechen. Er erlies ein Dekret und verfügte damit dieses. Ebenso bei Begriffen, wie Gott, folge das wohl in der Geschichte der Schriften. Beim Satzbeginn sollte ein besonderes Merkmal eingeführt werden. Und irgendwann mussten dann auch Begriffe großgeschrieben werden, die man anfassen konnte, also diejenigen, die eine physische Realität besaßen (Haus).

Nur, dass sind Mutmaßungen. Ein Sprachwissenschaftler könnte diese Geschichte auf Fakten begründet erzählen. Warum es in der Englischen Sprache nicht der Fall ist, weiß ich nicht zu sagen. Nur dass das englische Ich, als kleines i wahrscheinlich leicht überlesen werde könnte, wäre eine gute Erklärung. Die Ausnahmen hat pentaan Dir bereits gepostet.

Also kann die Frage auch lauten: Warum muss in Deutsch so vieles großgeschrieben werden?

LG Micha


https://www.duolingo.com/profile/Ramona38882

Ich frag mich immer, warum man gleich bei jeder Frage eine negativ Bewertung bekommt. Ich bin hier um zu lernen und zu verstehen, warum etwas so ist oder sein muss. Schön für die welche es schon wissen, aber es gibt nun mal auch noch andere. Sorry musste mal raus


https://www.duolingo.com/profile/Micha314389

Du hast vollkommen Recht!!!

Erst wenn wir Menschen Fragen stellen, nicht alles hinnehmen, wie es ist, oder was man uns vorsetzt, kommen wir in unserer geistigen Entwicklung voran. Doch ich sehe so viele Menschen, die Angst davor haben, sich vor anderen damit bloßzustellen. Falsch, keine Angst, weiter so!

Fragen zu stellen, bedeutet gerade, sich die Welt zu erschließen, und nicht im dumpfen Einerlei der Masse mit zu schwimmen.

LG Micha

P.S. Hoffentlich erhältst Du noch eine sachkundige Antwort auf Deine Frage.


https://www.duolingo.com/profile/Florine_2017

Downvoting sobald man/frau posted: Es gibt so viele arme, kleine, wilde Trolls, die einfach nix Bessres zu tun haben anscheinend, als den ganzen Tag ihren Unmut rauszulassen. Vielleicht haben sie sich hierherverirrt und kamen nicht mehr raus und gerieten deshalb darüber in Wut-Panik oder vielleicht hatten sie bloß Hunger oder wollten zu ihrer Mama. ;O) Frage weiter, nach Herzenslust , liebe Ramona!♥


https://www.duolingo.com/profile/Aileme

Die Großschreibung von Substantiven ist eine Eigenheit des Deutschen, die Frage wäre also eigentlich eher, warum man das im Deutschen macht.

https://www.grin.com/document/11916

Seit der dänischen Rechtschreibreform von 1948 und der damit verbundenen Einführung der gemäßigten Kleinschreibung im Dänischen ist das Deutsche heute die einzige Sprache, in deren Schriftbild große Anfangsbuchstaben in einem so großen Umfang vorhanden sind. Denn im Gegensatz zu anderen Sprachen werden im Deutschen nicht nur Satzanfänge, Eigennamen, Respekt- und Höflichkeitsbekundungen großgeschrieben, sondern auch alle Wörter, die unter der Wortart Substantiv verstanden werden können, also auch Substantivierungen anderer Wortarten. ...

Eine Untersuchung der Entwicklung der Großschreibung im Deutschen muss bereits in der römischen Antike beginnen, denn die lateinische Schrift bestimmte die Schriftgeschichte in Europa, und damit auch im deutschsprachigen Raum, aufgrund der Weltmachtstellung der Römer in der Antike maßgebend.

Die lateinische Schrift war ursprünglich eine Großbuchstabenschrift oder zumindest „wurde eine einregistrige Schrift verwendet, die aus heutiger Sicht ausschließlich aus Großbuchstaben bestand (Majuskelschrift)“. Die Großbuchstaben eigneten sich jedoch nicht für das schnelle Schreiben im täglichen Gebrauch und deshalb entwickelte sich auf Basis der Großbuchstaben eine Kursivschrift, die sich etwa im 4. bis 5. Jahrhundert nach Christus „allmählich in eine Kleinbuchstabenschrift mit Ober- und Unterlängen (Minuskelschrift) verwandelt(e). ...

Besondere Bedeutung unter den Nationalschriften erlangte die am Hof Karls des Großen entstandene karolingische Minuskel, die sich auf Grund der mächtigen Stellung Karls und seines Reiches in Europa ab etwa 800 rasch zu verbreiten begann und „die zum Ende des 1. Jahrtausends zur vorherrschenden Schriftform in vielen europäischen Sprachen“[4] wurde. Obwohl die karolingische Minuskel eigentlich eine reine Kleinbuchstaben war, verwendeten ihre Benutzer in zunehmendem Maße Großbuchstaben, um Textstellen besonders hervorzuheben. „Damit bekamen die Großbuchstaben vor dem Hintergrund der Kleinbuchstaben, die jetzt die Grundschrift (...) bildeten, einen besonderen funktionalen Wert, eine spezielle Signalfunktion“. Im Althochdeutschen beschränkt sich diese Signalfunktion jedoch vor allem auf das Hervorheben des Satzanfangs, wie die nachfolgende Abbildung 1 der karolingischen Minuskel zeigt. ...

a) Die Großschreibung am Anfang von Texten, Absätzen, Strophen und Sätzen
Wie im vorherigen Kapitel bereits erwähnt, wurde die Großschreibung im Althochdeutschen zum Hervorheben bestimmter Textstellen, nämlich dem Beginn von Sätzen, Strophen, Absätzen und Texten allgemein, verwendet. Dies setzte sich im Mittelalter fort und verfestigte sich zunehmend im Schreibgebrauch. Der Großbuchstabe am Text-, Absatz-, Satz- und Strophenbeginn diente der „syntaktische(n) und textuale(n) Gliederung“ und damit der besseren „Überschaubarkeit des Textes und der Unterstützung beim Vorlesen“[9]. Diese Funktion der Großschreibung am Satzanfang lässt sich demnach mit der Funktion der Interpunktionszeichen vergleichen, wie etwa dem Punkt am Satzende. Seit etwa dem 14./ 15. Jahrhundert war die Großschreibung am Absatz-, Strophen- und Versanfang im Deutschen weitgehend üblich, „während (sie) sich als Anfangszeichen eines Satzes in Verbindung mit dem Punkt als Endzeichen (erst) im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts einbürgert(e)“[10].

Große Anfangsbuchstaben hatten in mittelalterlichen Handschriften jedoch noch eine weitere wichtige Funktion. Die Schreiber verwendeten sie nämlich auch zum Schmuck und zur Verzierung ihrer Schriften. Häufig markierten reich verzierte große Anfangsbuchstaben bestimmte Textstellen, wie zum Beispiel den Beginn einer neuen Strophe oder den Textbeginn mit einem besonders prachtvoll gestaltetem großen Buchstaben.

b) Die Großschreibung im Satzinneren
Weit komplizierter als die Großschreibung am Satzanfang etc. ist die Großschreibung im Satzinneren. Komplizierter deshalb, weil bei der Großschreibung im Satzinneren „grammatische Fragen, nämlich die der Wortklasse“[11] hinzukommen. Diese grammatischen Fragen waren aber zur Entstehungszeit der Großschreibung im Satzinneren und während ihrer weiteren Ausbreitung noch gar nicht geklärt. Dadurch, dass es kaum grammatische Kenntnisse und Beschreibungen gab, konnte auch die Großschreibung im Satzinneren noch keinem bestimmten Prinzip folgen und einheitlich verwendet werden.

Erstmals kann die Großschreibung im Satzinneren im 13. Jahrhundert beobachtet werden. Die Schreiber benutzten die Großschreibung nun nicht mehr nur, um Text-, Strophen- und Satzanfänge hervorzuheben, sondern auch, um bestimmte Wörter im Satzinneren als besonders wichtig zu kennzeichnen. Als besonders wichtig wurden vor allem Nomina Sacra wie Gott und Jerusalem, hohe Amtsbezeichnungen wie Kaiser und König sowie die Namen der jeweiligen Herrscher angesehen.[12] Neben dieser Form der Ehrerbietung und Höflichkeitsbekundung wurden aber auch die Eigennamen allgemein immer häufiger groß geschrieben, im Zeitraum bis 1500 allerdings noch recht selten, erst im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts setzte sich diese Form der Großschreibung zunehmend durch. Daneben wurden aber im Satzinneren auch andere Wörter großgeschrieben, die dem Schreiber als „inhaltlich bedeutsam (erschienen), die betont und beim Vorlesen hervorgehoben werden soll(t)en“.

Die Verwendung der Großschreibung im Satzinneren lässt sich demnach also in drei Grundsätze einteilen. Erstens ist die Großschreibung zum Hervorheben inhaltlich bedeutsamer Textstellen zu nennen, zweitens die Großschreibung der Eigennamen und drittens die Großschreibung zum Kennzeichnen von Ehrerbietung, Respekt- und Höflichkeitsbekundung.

Das Zusammenwirken dieser drei Faktoren hat nach Ewald/ Nerius dazu beigetragen, dass die Großschreibung im Satzinneren im Laufe der Zeit immer freier gebraucht wurde und sich auch immer mehr ausdehnte, sowie vor allem dazu, dass sich der im Deutschen bis heute gültige Grundsatz der „generellen Substantivgroßschreibung“ entwickeln konnte. Diese Entwicklung hat nach Ewald/ Nerius „im wesentlichen im 2. Viertel des 16. Jahrhunderts begonnen. Sie geht aus von einer Ausweitung der Eigennamen-großschreibung über den Bereich der Personennamen und geographischen Namen hinaus auf weitere Gebiete der Eigennamen und eigennamen-ähnlichen Bereiche. (...) Allmählich wurden dann in einer Reihe von Erweiterungskreisen immer mehr Substantive mit Großbuchstaben versehen, zunächst solche, die oft mit Eigennamen zusammen vorkommen, wie Personenbezeichnungen, Berufsbezeichnungen, Amtsbezeichnungen, dann die Gesamtheit der Konkreta und schließlich auch die Abstrakta.“

Der zunehmende Gebrauch der Großschreibung im Satzinneren im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts lässt sich vor allem an den Bibelübersetzungen Martin Luthers ablesen. Bei der hier gewählten Textstelle aus dem Matthäus-Evangelium sind jeweils die Stellen fett markiert, die 1522 von Luther noch kleingeschrieben wurden, 1546 aber schon groß.

Zweck der Bibelübersetzungen war es, möglichst viele Menschen zu erreichen und deshalb mussten sie allgemein verständlich und gut lesbar geschrieben werden. Der Großbuchstabe erscheint hier deshalb auch wieder als Lesehilfe. Er hebt wichtige Stellen im Text hervor und deshalb werden in der Übersetzung von 1546 nicht nur vermehrt Substantive großgeschrieben, sondern auch andere Wortarten, denen auf diese Weise ebenfalls eine Signalwirkung zukommt.


https://www.duolingo.com/profile/Micha314389

Danke Aileme für Deinen Post und diesem Link. Er ist für mich ein Genuss. Dann lag ich ja, mit meinen erinnerten Mutmaßungen, gar nicht so falsch. :-) :-) :-)

Gruß Micha


https://www.duolingo.com/profile/Ramona38882

Vielen Dank, so lernt man gleich noch was aus der Geschichte und Grammatik


https://www.duolingo.com/profile/Brbelklasen

Ich hatte nicht alles gelesen. Du hast Recht : einige Beiträge zeugen von einer gewissen Arroganz!


https://www.duolingo.com/profile/Steinchen276316

Danke für deine ausführliche Erklärung.

In der Schule lernen wir ja von Grund auf die Rechtschreibung und dabei auch, welche Worte groß oder klein geschrieben werden. Das nehmen wir ganz selbstverständlich hin. Aber warum im Deutschen - im Gegensatz zu anderen Sprachen - so viel mit großen Anfangsbuchstaben geschrieben wird, wird nicht erklärt.

Also (und das in meinem Alter) wieder was dazugelernt ;-)


https://www.duolingo.com/profile/Rike984040

Es ist genauso wie im Kommentar von Aileme beschrieben. So habe ich das vor gut 40 Jahren auf der Schule gelernt.


[deaktivierter User]

    Es gibt keinen Grund diese gross zu schreiben. Nur Eigennamen werden gross geschrieben und das sind Schule, Flugzeug, Auto eben nicht!

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